Bei den Hüftgelenkverrenkungen handelt es sich zumeist um die sog. angeborene Hüftverrenkung (Luxatio coxae congenita), die vererbbar ist, d. h. es wird nicht das Leiden als solches sondern nur die Anlage dazu vererbt und erst bei Belastung kann der Schenkelkopf aus der abgeflachten Pfanne heraustreten und sich dann an der Beckenschaufel einen neuen Stützpunkt suchen.
Dieses Leiden kommt auch häufig doppelseitig vor und zwar bei einem Drittel aller Fälle. Bei Mädchen ist es etwa sechsmal häufiger als bei Jungen. Die angeborene Hüftverrenkung ist mit 2 % (d. h. 2 auf 1000) aller Lebendgeborenen die häufigste sämtlicher angeborenen Mißbildungen. Bei den angeborenen Hüftverrenkungen ist das Bein meist mehr oder weniger stark nach außen rotiert. Der Gang des Kranken ist vor allem bei doppelseitiger Verrenkung typisch. Es kommt zum sog. Entengang (watschelnder Gang). Der Kranke geht leicht nach vorn gebeugt und schaukelnd. Die Lendenwirbelsäule ist stark nach vorn durchgebogen. Die seitlichen Hüft- und Beckenumrisse sind regelwidrig. Bei einseitiger Verrenkung ist der Gang hinkend und der Fuß in Spitzfußstellung, da das Bein verkürzt ist. Diese Verkürzung ist nicht feststehend, da der Schenkelkopf an der Beckenschaufel keinen festen Halt hat, sondern immer etwas gleitend. Wir müssen uns daher hüten, einen zu hohen Ausgleich vorzunehmen. Die Ausgleichhöhe wird am sichersten durch eine Ausgleichprobe im Gehen festgestellt. Die Hüftgelenkverrenkungen aus anderen Ursachen spielen weniger eine Rolle, da sie im Vergleich zu der angeborenen selten sind. Sie interessieren uns nur wegen der evtl. Verkürzung oder Verlängerung des Beines (bei Verrenkung nach unten). 

Ursachen der Hüftgelenkverrenkung: 6. Hüftgelenkentzündungnen. |