Der Hackenfuß, eine seltenere Fußverbildung, zeichnet sich dadurch aus, daß der Kranke bei den schwereren Formen - wir unterscheiden 4 Grade - infolge Ausschaltung der Wadenmuskulatur nur mit der Ferse den Boden berührt u. zw. durch deren Steilstellung mit der belastungsgewohnten Hinterfläche. Die Haut der Zehenballen ist weich und ohne Schwielen. Bei den leichteren Formen liegt zwar noch der Vorfuß dem Boden an, doch kann der Patient ihn kaum belasten, da das Abrollen des Fußes infolge der fehlenden Kraft der Wadenmuskulatur gestört ist. Er muß sich also immer mit der Ferse abstoßen. Infolge der Steilstellung des Calcaneus ist besonders bei den schwersten Formen das Bein verlängert, so daß evtl. ein Ausgleich der gesunden Seite erfolgen muß. Die reine Hackenfußform, mindestens in den stärkeren Graden, ist selten, meist treten Kombinationen mit anderen Deformierungen (Knick-Klumpfuß u.a.m.) auf. Mindestens ist der Vorfuß im Chopartschen Gelenk mehr oder weniger nach plantarwärts abgeknickt. Der Gang des Kranken ist mühsam stampfend, da das Abrollen und Abstoßen mit dem Ballen gestört ist. Im Röntgenbild sehen wir die Steilstellung des Calcaneus mit der horizontalen Lage des Talus. Schienbein und Wadenbein sind auf der Talusrolle weiter nach hinten gerückt. Der Fuß ist besonders bei den Lähmungsformen im Chopartschen Gelenk manchmal rechtwinklig abgeknickt. Die Ursachen sind folgende: 1. Angeboren (Vererbung, meist mit Steilstellung auch des Vorfußes, evtl. durch vorgeburtliche Lagerung). 2. Schlaffe Lähmungen (Tibialislähmung usw.). 3. Verletzungen (Sensenschnitt usw.). 4. Spastische Lähmungen (bei Hirn- und Rückenmarkleiden). 5. Falsche Fußlagerung in ruhigstellenden Verbänden. |