Während beim normalen Fuß ein gutes Längsgewölbe vorhanden ist, und der Fuß vom Knochen aus betrachtet nur mit dem Fersenbein und dem 1. und 5. Mittelfußköpfchen (Metatarsalköpfchen) auftritt, kommt es beim Plattfuß und seinem Anfangsstadium, dem Senkfuß, zu einem Flacherwerden dieses Längsgewölbes und schließlich zum vollkommenen Auftreten des durchgedrückten Fußes. Trotz dieser allgemeinen Senkung braucht es nicht zu einem gleichzeitigen Spreizfuß zu kommen, da die Hauptlast auf der Ferse und den Fußwurzelknochen ruht. Durch diese Überbeanspruchung der Ferse und die Wenigerbelastung des Fußballens sehen wir, daß es zu einer Verbreiterung der Ferse kommt, während der Fußballen schmaler ist als normal. Der reine Plattfuß ist selten, meistens ist er mit einer anderen Deformität (Knickfuß) verbunden. Wir können 3 Grade je nach der Schwere der Senkung unterscheiden. Der Unterschied zwischen dem Senkfuß und dem Plattfuß besteht darin, daß sich beim Senkfuß der Fuß nur beim Auftreten senkt, während beim Plattfuß auch ohne Belastung kaum eine Fußwölbung mehr vorhanden ist. Röntgenologisch sehen wir beim ausgeprägten Plattfuß eine Kippung des Fersenbeines nach vorn, wobei auch das Sprungbein weiter nach vorn zu liegen kommt. Die Keilbeine, das Würfel- und Kahnbein liegen ungefähr in einer Ebene. Die Klagen des Kranken können sehr vielseitig sein. Häufig sind Beschwerden am inneren Fußrand in der Gegend des Kahnbeines und zur Fußsohle hin vorhanden. Mitunter werden Schmerzen in den Waden, in den Knien, den Oberschenkeln, ja sogar in der Hüfte und im Kreuz geklagt. Beim ausgebildeten Plattfuß sind meist keine Schmerzen mehr vorhanden. Der Gang des Plattfüßigen ist schwerfällig bis stampfend. Es fehlt das elastische Abstoßen vom Boden. Der Kranke holt gewissermaßen bei jedem Schritt Schwung aus den Knien, wodurch es zu einem Wippen des ganzen Körpers kommt. Die Ursachen des Plattfußes sind mannigfaltig. 1. Angeboren; (Vererbung) selten gegenüber dem erworbenen. 2. Überlastung des Fußes. 3. Erwerbung auf Grund einer angeborenen Bindegewebeschwäche, denn im allgemeinen sind es nicht die Knochen, sondern die Bänder, die die Schuld haben. 4. Verletzungen, z. B. Fersenbeinbrüche. 5. Lähmungen, z. B. Kinderlähmung 6. Knochenerkrankungen, z. B. Rachitis. |