Der Mensch gehört biologisch zu den Säugetieren. Er unterscheidet sich jedoch von diesen durch mehrere Eigenschaften, wie die differenzierte Verständigungsmöglichkeit der Sprache, den hochentwickelten Intellekt, der über die rein vitalen Erfordernisse hinaus ausgebildet ist und verschiedenes andere. Eine der körperlichen Eigenschaften, die am auffallendsten den Unterschied gegenüber dem Tier betont, ist der aufgerichtete Gang auf zwei Beinen. Im Zusammenhang damit stehen z. T. erhebliche Änderungen des Körperbaues, die sich nicht auf die Beine beschränken, abgesehen von dem gewaltigen Umbau der „Vorderbeine" zu den ganz anderen Zwecken dienenden Armen und Händen. Auch wenn man von manchen Affen als „Vierhänder" spricht, und ihre sowohl vorderen wie hinteren Hände starke Ähnlichkeiten mit den menschlichen Händen aufweisen, so ist doch festzustellen, daß die Extremitäten dieser Tiere in erster Linie Fortbewegungsorgane darstellen, nur - entsprechend der Lebensweise dieser Tiere auf Bäumen - als Greiforgane entwickelt, während die menschliche Hand keineswegs mehr als Fortbewegungsorgan angesprochen werden kann. Der menschliche Fuß dagegen ist lediglich für die Fortbewegung geeignet, aber für die Fortbewegung auf zwei Beinen. Diese Tatsache, daß der Mensch zur Fortbewegung nur zwei Beine hat, daß nicht nur sein ganzes Gewicht auf diesen zwei Beinen, letzten Endes auf den zwei Füßen lastet, sondern daß zur Erhaltung des Gleichgewichts bei allen Bewegungsarten die kleine Grundfläche der Füße ausreicht, zeigt schon, daß diese Füße eine außerordentlich komplizierte Kombination von Festigkeit, Elastizität, Beweglichkeit und Empfindungsvermögen darstellen. Es leuchtet ohne weiteres ein, daß schon zur Erfüllung dieser soeben angedeuteten, rein technischen Erfordernisse der Füße ein großer Teil des gesamten Körpers beitragen muß. Dementsprechend müssen aber formale oder funktionelle Veränderungen an den Füßen ihre Rückwirkungen auf den Gesamtorganismus in teilweise schweren Störungen zum Ausdruck bringen. |