Hallux valgus, Ballenfuß, Frostballen Diese Veränderung ist sehr häufig. Die Längsachse der Großzehe weicht im Grundgelenk nach der Kleinzehenseite (lateralwärts) ab. Der erste Mittelfußknochen ist gegenüber der Längsachse des Fußes nach medialwärts abgewichen, sodaß zwischen Metatarsale I und Großzehengrundglied ein nach außen offener Winkel entsteht. Die Ausbildung dieses Leidens umfaßt alle Grade bis zum rechten Winkel. Bei den leichteren Formen (I. Grad des Hallux valgus ) ist der Winkel zwischen Großzehe und Metatarsale I flach, die Zehe weicht nur wenig nach außen ab, das Köpfchen des 1. Mittelfußknochens (der Großzehenballen) springt nur wenig nach innen vor. Bei den stärkeren Formen (4. Grad) liegt die Großzehe fast quer zur Längsachse des Fußes auf oder unter den benachbarten Zehen, und der Großzehenballen springt stärkstens nach medialwärts vor. Durch die Lageänderung und die dadurch eingetretenen krankhaften Veränderungen des Grundgelenks der Großzehe tritt eine mehr oder weniger starke Einschränkung der Beweglichkeit der Großzehe im Grundgeienk und sekundär auch im Endgelenk ein. Dadurch aber wird das Abrollen des Fußes erschwert und evtl. unmöglich gemacht. Es treten Schmerzen auf. Infolge des dauernden Druckes, den der vorspringende Großzehenballen durch das Schuhwerk erleidet, wird die Haut an dieser Stelle verdickt, verhornt dann und erfriert im Winter leicht. Am Knochen gibt es Knochenhautwucherungen, Zacken- und Wulstbildungen und evtl. Knochenneubildungen. Bei fortdauernder Einwirkung des Druckes kann es zu Entzündungen der Haut und eines häufig zwischen Haut und Knochen vorhandenen Schleimbeutels kommen, gegebenenfalls zu Vereiterungen und Fistelbildungen. Im Röntgenbild sieht man die Abwinkelung der Großzehe im Grundgelenk nach lateralwärts, die bei den stärksten Formen fast einer Verrenkung gleichkommt (Subluxation), die Veränderungen am Grundgelenk (Zacken-, Wulst- und Knochenneubildung, Knochenhautwucherung) und die Abspreizung des Metatarsale I nach medialwärts. Die Ursachen des Hallux valgus sind verschiedene, häufig kommen mehrere der im folgenden aufgezählten Punkte zusammen: - 1 erbliche Veranlagung zu solchen Fußveränderungen (die Veränderungen selbst sind nicht vererbbar),
- 2. angeborene Entwicklungsfehler,
- 3. akute und chronische Erkrankungen im Grundgelenk und seinen benachbarten Knochen, vor allem Metatarsale I,
- 4. angeborene oder später auftretende Lähmungen bestimmter Muskelgruppen, die das Metatarsale und die Zehe geradestellen,
- 5. Verletzungsfolgen des Grundgelenks (Verstauchungen, Knochenbrüche des Metatarsale I und des Grundgliedes, Verletzungen der Gelenkflächen des Grundgelenkes),
- 6. andere Fußdeformierungen, wie Spreizfuß, Knickfuß usw. 7. ungeeignetes Schuhwerk, vor allem breite, aber zu kurze oder spitze Schuhe.
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